22. Thuner Alterstagung
Freitag, 12. April 2019

9.30 bis 16.30 Uhr

Congress Hotel Seepark, Thun

Ein gutes Leben auch für die alten Menschen
in der Langzeitpflege:
Wie erfahren wir von ihren Wünschen und Bedürfnissen?

Betagte Menschen haben ihr langes Leben mit Hochs und Tiefs gemeistert. Auch in der letzten Lebensphase in der Langzeitpflege wollen sie als individuelle Persönlichkeit wahrgenommen, anerkannt und respektiert werden. Sie wünschen sich keine «Therapitis», sondern erfüllte Tage mit Begegnungen, mit Dürfen und nicht mit Müssen. Doch wie erfahren die Pflegenden von ihren Wünschen? Gehen sie möglicherweise zu oft von starren Konzepten und den eigenen Bedürfnissen aus?


Die medizinische Situation der Menschen, die von der Spitex oder im Heim betreut und gepflegt werden, wird immer komplexer und instabiler. An die Pflegefachpersonen werden immer höhere Anforderungen gestellt; sie sollen, wollen und müssen immer noch etwas mehr tun. Doch was ist überhaupt «gute» Pflege? Wo müsste angesetzt werden, damit pflegebedürftige Menschen umsorgt und nicht versorgt werden? Welche Unternehmenskultur schafft ideale Rahmen-bedingungen für die Betreuung, Begleitung und Pflege der betagten Persönlichkeiten gemäss deren Lebensrhythmus? Wo liegen die Grenzen einer individuell angepassten Betreuung und Pflege? Helfen Richtlinien, evidenzbasierte Medizin und Algorithmen zur Entscheidungsfindung? Sind Ökonomisierung, Technik und Wettbewerb in einem existentiellen Bereich wie Kranksein und letzte Lebensphase wirklich sinnvoll? Worum geht es eigentlich im letzten Lebensabschnitt?


Diesen und vielen weiteren Fragen rund um die Langzeitpflege in Heimen und in der Spitex werden Fachpersonen aus Pflege und Medizin an der 22. Thuner Alterstagung nachgehen. In einem Video werden auch alte Menschen selber
zu Wort kommen: Was denken sie über das Alter? Was brauchen sie in der Langzeitpflege für ein gutes Leben? Was erwarten sie von den Institutionen? Neben der Suche nach Antworten auf die vielen Fragen werden ganzheitliche Pflegekonzepte vorgestellt, die den Menschen vor der Technik in den Mittelpunkt stellen, die nicht im Wettbewerb stehen, sondern sich unter einer Führung im Interesse der Menschen engagieren. Aus philosophischer Sicht wird auch die Bedeutung der letzten Lebensphase angesprochen. Sie erfährt ihre Sinngebung zum Beispiel durch das Erzählen der eigenen Geschichte (Narrativität) und durch das Erleben sinnhafter Begegnungen (Resonanz). Dies zeigt, was alle Beteiligten für den Sinn des Lebens aus dem guten Leben im letzten Lebensabschnitt lernen können.

 

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